Ausgewählte Reaktionen von Kursteilnehmerinnen und Kurssteilnehmern

"Dahin kannst Du ruhig öfter gehen", meinte mein Mann nach meinem Schnuppertag an der Clownschule. Er war sehr misstrauisch gewesen: Die Frau, die dort hinein ging, kannte er ja, mit allen Ecken und Kanten; doch welche Frau würde dort herauskommen? Sein Misstrauen ist umgehend in Dankbarkeit umgeschlagen. Es ist eine Frau aus dem Schnuppertag herausgekommen, die wieder heiter geworden ist, die wieder singen kann, die wieder aus vollem Herzen lachen kann. Die ihn nicht mehr ständig unter Kontrolle haben will.
Wenn ich jetzt - es kommt immer seltener vor - unzufrieden mit dem Leben, mit mir, mit irgendwas (und irgendwem hüstelhüstel)bin, fragt mein Mann nur kurz: "Wann gehst Du wieder zu Yve?"
Ja ... inzwischen war ich schon VIELE Male bei Yve. Und immer wieder bin ich begeistert. Die Clownschule ist "mein" Ort geworden, meine Tankstelle auf der Entdeckungsreise zu mir selbst.
Um die zu finden musste ich 61 Jahre alt werden. Doch für Fröhlichkeit ist es ja nie zu spät. Immer wieder andere Seminarthemen habe ich mir im Lauf von inzwischen eineinhalb Jahren gegönnt, zuletzt "Das innere Kind." Mein inneres Kind habe ich dort gar nicht gefunden, es ist eher ein ganzer Kindergarten.
Ich freue mich darüber sehr. Mein Mann auch. Und wahrscheinlich ist er nicht er einzige Mensch in meiner Umgebung, der die neue (alte!) Lebendigkeit bemerkt. Die anderen trauen sich nur nicht, sich mit mir zu freuen. Sie waren noch nicht bei Yve. Wie schade für sie.

Elisabeth B.

 

Die Theater und Clownschule ist der richtige Ort um den Clown zu suchen, zu finden und zu leben.

Adrian Hostettler, Basel

 

Im Alter von 64 Jahren und nur auf Drängen habe ich mich überreden lassen, an einem Clown-Kurs teilzunehmen. Ich bin mit den Verklemmungen eines ganzen Lebens angetreten, habe mich schon mal auf Vorrat geniert und bin mir, konservativ betrachtet, ziemlich albern vorgekommen. Mit einer Gruppe anderer «alter» Menschen (sogar Männern!) sollte ich mir einen Clownnase ins Gesicht stecken und Kinderspiele aus der Erinnerung hervorholen – was für ein Ansinnnen. Aber getreu meiner guten Erziehung habe ich getan, was man mir aufgetragen hat.
Und dann: Welche Befreiung. Ich war plötzlich ganz lebendig, habe Freude verspürt auf einer Ebene, die mir mit meinen üblichen Methoden der Lebensgestaltung nicht zugänglich war. Wo ich mir vorher intellektuelles Vergnügen gestattet hatte, das ein Lächeln erzeugt, war jetzt plötzlich das wilde Lachen eines ungezügelten Kindes geboren. Dieses Lachen hat mich aus einem Haufen Schutt ausgegraben, der meine Lebensfreude zugedeckt hatte. Alte Fähigkeiten erlebten ihre Wiedergeburt, vergessene Kräfte wurden neu entdeckt. Ich war keine alte Frau mehr, sondern ein lebendiger, strahlender Mensch, der zu sich selber stehen kann.
Auch nach einem Jahr ist mir die Freude noch gegenwärtig und ich erlebe sie jede Woche neu, ganz besonders im Spiel mit meinem Enkelkind. Für mich hat das Clown sein den Zugang zu meinem inneren Kind frei gelegt und mich unendlich bereichert.
Uschi Foehn, Richterswil

Nach dem gestrigen Clown-Schnuppertag zog ich müde und erschöpft mein Köfferchen voller Kleider nach Hause. Dieses hatte ich in aller Frühe gefüllt mit fast nur eigenen Kleidungsstücken und einer grossen Portion Unsicherheit. Noch nie stand ich auf einer Bühne - ausser bei Präsentationen - schlüpfte in ein Kostüm oder setzte mir eine Clownnase auf. Irgendwo war in mir jedoch seit Kind immer der Traum gewesen, dass es etwas ganz WUNDERbares sein musste, dort auf der Bühne zu sein:
Mein Kindheitstraum täuschte nicht!
Das Herzklopfen, die Angst nahmst du mir, bereits als du mich begrüsstest. Deine Fröhlichkeit, deine Lebensfreude strahlte aus, steckte an und liess mich wieder ruhiger atmen. Schritt für Schritt nahmst du uns mit, führtest uns aus unserem Alltag zu uns selbst. Nur noch einmal klopfte es ganz fest in meiner Brust und die Kniee zitterten einen kurzen Moment: zum ersten Mal stand ich HINTER dem Vorhang ... doch als der erste Fusstritt mich auf die Bühne geführt hatte, war ich einfach da; die Kniee hielten mich, die Füsse führten mich und das Herz begleitete mich ganz ruhig. Ich liess es einfach geschehen und freute mich, staunte über alles, was da aus mir kam, was sich nun ans Licht getraute.
WUNDERbar!
Müde, erschöpft, aber mit einer grossen Zufriedenheit und Ruhe kehrte ich nach Hause zurück. Stellte den Koffer voller Kleider vorerst in eine Ecke und ass mit meiner Familie das Nachtessen. Erstaunlicherweise fiel es mir gar nicht schwer, wieder in den Familienalltag einzutauchen. Bin ich sonst an Kursen oder Fortbildungstagen gewesen, gab es stets Reibungsflächen zu überwinden, wenn ich wieder zurückkehrte.
Als ich nach dem Essen den Koffer auspacken wollte, konnte ich es nicht lassen. Ich musste das Kostüm nochmals anziehen, setzte mir die Clownnase auf und ging zu meinen vier Kindern und meinen Mann. Es spielte einfach aus mir ... Wir spielten mit uns, probierten, lachten, umarmten uns ... liessen es einfach geschehen aus unserer Mitte heraus.
Wir hatten einen WUNDERschönen Abend, ganz ohne Fernseh, ohne Diskussionen, ohne Reibereien ...
Erst danach konnte ich den Koffer auspacken und ging dann müde, erschöpft und voller innerer Zufriedenheit ins Bett!
Ich schlief WUNDERbar!
Danke, Yve!
Catherine"

Seit ich in der Clownschule bin, habe ich gefunden, was ich all die Jahre in anderen Theatergruppen gesucht habe. Ich liebe es, dieses Gefühl der Leichtigkeit und  auch der Anspannung im Körper beim Fangen spielen wieder zu entdecken und wahrzunehmen. Ich hätte nie gedacht, dass mir Kindheitserinnerungen in Form von Gefühlen  so schnell wieder präsent sein könnten.
In der Improvisation ohne Vorgabe, ohne Absprache mit den anderen Clowns ist es ein bisschen wie im Leben. Man weiss auch nicht immer, was im Alltag auf uns zukommt. Und nur durch sorgfältiges Wahrnehmen der anderen gelingt es uns, Probleme zu lösen und weiterzukommen.
Zudem habe ich versteckte Talente in mir entdeckt. Ich traue mich an Dinge heran, die ich vielleicht ohne diesen Kurs nie gemacht hätte, weil mich  mein Perfektionismus, der im Kopf wohnt,  bisher davon abgehalten hat. Diesmal hat sich mein inneres Kind, welches im Körper zu Hause ist, hinter die Nähmaschine gesetzt und auf seine Art und Weise gearbeitet. Die Stimmen des Perfektionismus hat es überhört. Es wurde ein Meisterstück!
Isabelle Cech


 
 
     
 

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